| Die Bartagame Pogona vitticeps |
Bartagame Pogona vitticeps
Grundlegendes zur Bartagame (Pogona vitticeps)
Die Bartagame. Nicht einfach nur irgendeine Echse oder Agame. Nein, die Bartagame (Pogona vitticeps) ist vermutlich die mit großem Abstand beliebteste und auch am häufigsten gehaltene Echse. Ihren Namen hat die Bartagame übrigens dank ihres aufklappbaren Kehllappens, welcher der Bartagame - zumindest von Weitem betrachtet - einen ordentlichen Rauschebart verschafft. Bartagamen erfreuen den Terrarianer nicht nur durch ihre ruhige Wesensart. Bartagamen können im Gegensatz zu vielen anderen Reptilien richtig zahm werden. Und die Bartagame ist ein sehr munterer fast lustig anmutender Zeitgenosse. Bartagamen zeigen darüber hinaus sehr interessante Verhaltensweisen, sind einfach zu halten und selbst die Nachzucht von Bartagamen ist nicht besonders schwierig. Kurzum, Bartagemen sind - besonders unter Anfängern - das Reptil schlechthin. Doch auch Profis kommen von Bartagamen nicht los. Gibt es die Bartagame doch in zahlreichen zum Teil sehr teueren Farbschlägen. Wir möchten an dieser Stelle aber vor allem dem Neuling in der Terraristik zeigen, worauf es bei Bartagamen ankommt. Nicht nur in der Haltung und Pflege, sondern vor allem in der Ausstattung und Einrichtung eines Bartagemen Terrariums.
Die Heimat der Bartagame ist Australien. Bartagamen werden ca. 50-60 cm groß, der Schwanz der Bartagame nimmt dabei etwas über die Hälfte der Gesamtlänge für sich in Anspruch. Der aufstellbare Kehllappen der Agame ist eines ihrer Markenzeichen. Derzeit unterscheidet man sieben verschieden Arten von Bartagamen:
Östliche Bartagame (Pogona barbata) (aus Ostaustralien) Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni) ( aus dem Nordöstlichen Zentralaustralien) Kimberley-Bartagame (Pogona microlepidota) ( aus Nordwestliches Australien) Kleine Bartagame (Pogona minima) ( Nur auf dem Houtman-Abrolhos-Archipel in Westaustralien) Westliche Bartagame (Pogona minor) (West- und Zentralaustralien) Nullarbor-Bartagame (Pogona nullarbor) (Nullarborebene im Süden Zentralaustraliens) Streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps) (Zentral- und Südaustralien)
Für die Terraristik relevante Arten der Bartagame sind primär die Streifenköpfige Bartagame Pogona vitticeps, häufig auch nur Bartagame genannt. Und weiterhin die Zwergbartagame Pogona henrylawsoni. Alle anderen Arten der Bartagame sind aufgrund ihrer Seltenheit im heimischen Terrarien so gut wie nicht zu finden.
Die Bartagame zeigen auch äußerlich erkennbare Geschlechtsunterschiede. Bei männlichen Bartagamen ist der Kehllappen eher schwarz gefärbt. Weibliche Bartagamen haben in der Regel einen deutlich helleren Kehllappen.
Typisch für die Bartagame, ist die Fähigkeit, die Farbe der Haut zu verändern. Bei der Bartagame erfolgt diese Veränderung zu dem Zweck, die Aufnahme von Wärme zu beschleunigen. Sucht die Bartagame ihren Sonnenplatz auf, färbt sich ihre Haut dunkelbraun bis schwarz. Wurde genug Wärme aufgenommen, kehrt die Agame zu ihrer "Originalfarbe" zurück, meist ein helles Gelb oder Braun.
Die Bartagame ist bei der Nahrung wenig wählerisch: Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Mehlwürmer, Zophobas (Schwarzkäferlarven), Spinnentiere und junge Mäuse gehören auf den Speiseplan, wobei dem Tier jedoch unbedingt auch pflanzliche Kost angeboten werden muss. Ausgewachsene Bartagamen ernähren sich zum größten Teil von pflanzlicher Nahrung. Dazu bieten sich Löwenzahn, Gurken, Karotten, Tomaten, Melonen, Äpfel, Weintrauben und ähnliches an. Und natürlich spezielle Trockenfutter für Bartagamen wie Exo Terra Dragon Adult und Dragon Juvenile.
Bei optimalen Haltungsbedingungen wird eine Bartagame bis zu 15 Jahren alt und um diese zu gewährleisten, kann generell folgendes empfohlen werden: Keinesfalls bei der Größe des Terrariums sparen: Eine Bartagame brauchen viel Platz, damit sie sich gesund entwickeln können. Als Bodengrund sollte für eine Bartagame Terrariensand verwendet werden. Dieser mag teurer sein, ist aber um einiges besser zu reinigen und staubt wesentlich weniger als der oftmals viel zu feine "Spielsand". Verwenden Sie für Bartagamen immer grabfähigen Terrariensand wie den Terrano Wüstensand in rot. Bartagamen buddeln und graben gerne, daher sollte auf die Grabfähigkeit des Terrariensands großer Wert gelegt werden. Die Tagestemperatur sollte im Bartagamen Terrarium zwischen 26 - 30° C liegen. Allerdings müssen Wärmespots vorhanden sein, die partiell eine Temperatur von ca. 38 - 40° C besitzen. Dies kann man sehr gut durch UV Flächenstrahler, Wärmestrahler und auch Heizmatten bewirken. Die Bartagame produziert keine eigene Körperwärme und sucht morgens zunächst ihren Sonnenplatz auf. Ist dieses "Wärmetanken" beendet, muss dem Tier unbedingt ein kühlerer Bereich zur Verfügung stehen. Die Luftfeuchtigkeit für die Bartagamet liegt am Tag idealerweise bei 35 - 40 %. Die Nachttemperatur sollte 20° C nicht unterschreiten. Gerde nachts macht sich daher eine Heizmatte im Terrarium für die Bartagame gut.
Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie bei Mehrfachhaltung niemals mehrere Männchen und Weibchen der Bartagame in einem Terrarium unterbringen. Männliche Bartagamen sind stark revierbezogen und es würde im Sinne des Wortes zu Mord- und Totschlag kommen. Ein Männchen der Bartagame kann jedoch mit beliebig vielen weiblichen Tieren zusammen gehalten werden.
Bartagamen baden sehr gerne und nehmen dabei Wasser auf. Viele Züchter von Bartagamen baden Ihre Reptilien daher gelegentlich in der Badewanne, sofern die Tiere das mögen. Der Wasserstand muss dabei so hoch sein, dass die Bartagame im Wasser stehen kann! Die ideale Badetemperatur beträgt dabei ca. 30 °C. Es ist genau darauf zu achten, dass die Bartagame nach dem Baden abgetrocknet und niemals einem Luftzug ausgesetzt wird.
Das wohl wichtigste Thema bei der erfolreichen Haltung von Bartagamen ist die Beleuchtung. Bartagamen sind echte Sonnenanbeter und als klassicher Vertreter der in Wüsten lebenden Reptilien braucht die Bartagame eine hohe Licht -und UV Dosis. Dies lässt sich nur mit echten UV Flächenstrahlern realisieren. Abraten möchten wir von der Unsitte UV Kompaktlampen zu benutzen. Deren UV Leistung ist nicht annähernd ausreichend für Bartagamen. Eine weitere extrem gute Alternative ist die Lucky Reptile Bright Sun UV Desert. Diese erzeugt enorm viel Licht, welches die Bartagame so liebt. Zusätzlich sollten immer noch Leuchtstoffröhren im Bartagamen Terrarium vorhanden sein. Wir empfehlen für die Bartagame eine Duo Einheit aus zwei Leuchtstoffröhen. Eine Tageslichtröhre wie die Exo Terra Repti Glo in 2.0 und eine leichte UV Röhre in 5.0. Leuchtstoffröhren dienen dann dazu, Schattenbereiche im Bartagamen Terrarium auszuleuchten und sorgen so für die richtige Hintergrundbeleuchtung. Bright Sun oder ander UV Flächenstrahler dienen hingegen als punktuell Sonnen- und Wärmeinseln, die für die notwendige
Werden diese grundlegenden Haltungsempfehlungen beachtet, hat man an diesen wunderschönen Tieren lange Zeit Freude. Bartagamen werden unter guten Bedingungen sehr zahm und entwickeln oft eine Beziehung zu "ihren Menschen". Sie sind aktive, neugierige Hausgenossen, die in der täglichen Pflege wenig Arbeit machen.
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