welches reptil ist das richtige?

Die Frage der Fragen in der Terraristik überhaupt. Welche Reptilien ins Terrarium kommen, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Und die Auswahl fällt dabei manchmal sehr schwer, gibt es doch unzählige Schönheiten, deren Pflege in der Terraristik interessant ist. Ob nun Kornnatter, Königspython, Agame, Leguan, Schildkröte oder Boa, die Wahl ist wirklich nicht einfach. Wir wollen daher die Frage nach dem richtigen Reptil von allen Seiten beleuchten und den Anfängern in Sachen Terraristik ein wenig Hilfe bei der Entscheidung geben.

Der Faktor Mensch...

....ist wohl der wichtigste. Sind Sie beruflich sehr eingespannt, müssen Sie öfter mal für einige Tage weg und was ist mit dem wohlverdienten Urlaub? Oder haben Sie mehrmals täglich ausreichend Zeit, sich dem Hobby Reptilien und Terraristik zu widmen? Mit diesen Fragen sollten Sie sich eingehend beschäftigen. Viele Insektenfresser, insbesondere kleinere Geckos, Agamen und Echsen brauchen nahezu täglich Versorgung in Form von Futterinsekten. Andere hingegen, zum Beispiel Riesenschlangen wie Königspythons (Python regius), Teppichpythons (Morelia spilota) oder diverse Boas (zum Beispiel Epicrates Arten oder Boa constrictor Arten) können wochenlang ohne Nahrung auskommen, vorausgesetzt Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen. Letzteres lässt sich dank moderner Technik zuverlässig automatisieren. Eine wichtige Rolle spielt auch das Alter der Reptilien. Jungtiere benötigen eine viel intensivere Pflege als ausgewachsene Exemplare. Machen Sie sich also ganz in Ruhe Gedanken und holen Sie Informationen über den Pflegeaufwand ihres "Wunschreptils" ein. Klären Sie mögliche Urlaubsvertretungen im Voraus ab. Freunde und Familie helfen sicher gerne und werden bei richtiger Einweisung in das Hobby Terraristik schnell alle nötigen Aufgaben der Pflege erfüllen können. Kontakte zu anderen Terrarianern finden Sie auch über örtliche Vereine und Stadtgruppen der DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V. Nicht zuletzt bietet Ihnen das Internet mit zahlreichen Foren und Communities Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten ganz in Ihrer Nähe. Und sollte all das nicht helfen, so steht Ihnen unser Team vom Reptilienkosmos natürlich auch mit Rat und Tat jederzeit zur Verfügung!

Der richtige Platz für das Terrarium

Die Größe und auch der Standort eines Terrariums sind ebenfalls wichtige Kriterien bei der Auswahl der richtigen Reptilien. Ein Terrarium im belebten Wohnzimmer schließt sehr scheue und sensible Arten aus. Ebenso macht es wenig Sinn, besonders wärmeliebende Reptilien im ungeheizten Kellerraum unter zu bringen. Ein Tigerpython oder auch eine Boa constrictor können erhebliche Abmessungen und Gewichte erreichen. Ein großes Terrarium ist daher Pflicht. Das Gleiche gilt für einen ausgewachsenen Grünen Leguan, der oftmals viel Platz und Bewegungsfreiheit benötigt. Generell gilt, dass agile Reptilien, wie einige Nattern und Echsen bei gleicher Körpergröße deutlich mehr Platz benötigen als Lauerjäger und eher versteckt lebende Reptilien, wie zum Beispiel Riesenschlangen. Denken Sie bei der Platzwahl auch bitte an klimatische Extremwerte. Ein schlecht isoliertes Dachzimmer kann im Sommer zur tödlichen Hitzefalle werden. Gleiches gilt für Terrarien, die an einem sonnenbestrahlten Fenster stehen oder im Winter direkt in der Nähe eines Heizkörpers.

Die Futterfrage

Auch hier gibt es große Unterschiede. Insektenfresser wie Bartagamen brauchen nahezu täglich frische Futterinsekten. Diese müssen ebenfalls umsorgt und gefüttert werden. Und sollte es doch einmal eng werden, gibt es sogar Insekten aus der Dose als Nahrungsmittel. Riesenschlangen brauchen weit weniger häufig Nahrung, aber auch hier sollte im Voraus abgeklärt werden ob es zuverlässige Quellen für Futter geeigneter Größe gibt. Wer den Platz hat kann auch eine eigene Nagetierzucht betreiben. Zubehör dafür gibt es in unserer Rubrik „Futtertierzucht“. Dann gibt es natürlich noch Nahrungsspezialisten, wie zum Beispiel Eierschlangen. Hier sollte gründlichst im Voraus geklärt werden, ob die Tiere ausreichend ernährt werden können. Eier geeigneter Größe kann man nämlich nicht einfach im Internet bestellen, ganz im Gegensatz zu Futterinsekten oder Nagern, die als Frostware geliefert werden. Neben der normalen Ernährung benötigen eigentlich alle Reptilien so genannte Nahrungsergänzungsmittel, wie Vitamine und Mineralien.

Die laufenden Kosten

Mit der Anschaffung eines Reptils und der Einrichtung eines artgerechten Terrariums ist es nicht getan. Für den Unterhalt und die Pflege fallen ebenfalls Kosten an. So benötigen viele Reptilien UV Licht. Die entsprechenden UV Lampen sollten je nach Typ alle 6-10 Monate gewechselt werden (Siehe dazu auch unseren Artikel über UV-Licht), da die UV Leistung im Laufe der Zeit stark abnimmt. Ein weiterer Kostenfaktor ist der Bodengrund. Je nach Art, Anzahl und Größe der Reptilien sollte dieser regelmäßig gewechselt werden. Mindestens jedoch zweimal im Jahr. Der Grund ist einfach: Auch wenn man noch so penibel auf die Sauberkeit achtet, Reste von Ausscheidungen und Futter bleiben immer übrig und können so schnell eine "wunderbare Umgebung" für üble Bakterien im Substrat bilden. Hinzu kommen dann noch die Kosten für die richtige Ernährung. Neben Futtertieren an sich gehören dazu häufig auch Nahrungsergänzungsmittel für Reptilien, wie Vitamine und Mineralien. Klar ist aber auch, dass die Terraristik alles andere als ein teures Hobby sein muss. Die gesamten Kosten für die Pflege eines Reptils über ein ganzes Jahr, verprassen nicht wenige Menschen bei einem einzigen Besuch in der Disco. Wir wollen also lediglich darauf aufmerksam machen, dass auch nach dem Kauf eines Reptils weitere Kosten anfallen, die sich aber, je nach Art, absolut im überschaubarem Rahmen halten.

Vor dem Kauf

Eigentlich selbstverständlich, aber dennoch sollte es nicht unerwähnt bleiben: Der erste Schritt sollte immer die Einholung von Informationen sein, wie wir es oben beschrieben haben. Ist die Entscheidung für das richtige Reptil dann gefallen, geht es an die Einrichtung eines geeigneten Terrariums. Dieses sollte einem mehrtägigen Probelauf unterzogen werden, bei dem überprüft werden muss, ob alle Haltungsbedingungen, wie Temperatur und Luftfeuchte auch richtig eingehalten werden können. Erst dann ist alles bereit für den letzten Schritt - die Anschaffung des Tieres selbst.

Und worauf soll nun die Wahl fallen?

Diese Frage können Sie nur selbst beantworten. Wir haben ihnen hier die wichtigsten Faktoren genannt. Sie sollten sich selbst gut genug kennen, um zu entscheiden, was zu Ihnen passt und welches Reptil vielleicht doch eher nicht in Ihre Hände gehört. Vor allem sollten Ihnen Reptilien Freude bereiten. Begegnen Sie Ihnen mit dem Respekt und auch der Verantwortung, die diese faszinierenden Tiere verdienen. Dann können Sie eigentlich nichts mehr falsch machen und werden gemeinsam viele faszinierende und unvergessliche Stunden mit dem neuen Mitbewohner erleben. Und sollten Sie doch einmal unschlüssig sein, oder Rat und Hilfe benötigen- wir sind ja auch noch da und stehen mit all unserer Erfahrung gerne zur Verfügung.

P.S.: Alle Neulinge beim Hobby Terraristik seien „gewarnt“: Es wird nicht bei dem ersten Tier bleiben. Wer sich einmal mit dem Reptilienvirus infiziert, hat kaum Chancen, jemals davon los zu kommen. Dafür ist die Terraristik einfach viel zu schön. Glauben Sie uns, wir wissen, wovon wir reden.

Ihr „reptilisch-infiziertes“ Reptilienkosmos Team