terrarium bodengrund, terrariensand und einstreu
Gute „Boden-Gründe“ gibt es viele, doch es kommt auf die feinen Unterschiede an, wenn man seinen Reptilien im Terrarium eine naturgetreue und gleichzeitig artgerechte Umgebung schaffen will. Schlangen brauchen einen anderen Bodengrund als Schildkröten, erst recht, wenn diese in einem Aquarium oder Aqua-Terrarium gehalten werden. Neben der Optik spielen auch natürliche Eigenschaften von Terrarienerde, Sand und den vielen Sorten Bodengrund eine wichtige Rolle, wie etwa die Fähigkeit, Ausscheidungen aufzunehmen, die Wärme der Heizmatte oder Wasser zur Erhöhung der Feuchtigkeit zu speichern.
Sand und sandähnlicher Bodengrund
Terrariensand, vor allem echter Wüstensand ist eines der am häufigsten verwendeten Substrate für Terrarien. Logischerweise vor allem für Reptilien, die in Wüstenzonen zu Hause sind und davon gibt es viele. Agamen und Warane aber auch Schlangen wie die Sandboa lieben und brauchen Sand. Terrarien Wüstensand ist häufig in verschiedenen Farben erhältlich, so dass es keine Einschränkungen bezüglich eines optisch schönen Terrariums gibt. Wichtig bei der Wahl des richtigen Sandes ist, dass er frei von Farb- und sonstigen Zusatzstoffen ist. Ebenso ausschlaggebend für die Qualität ist eine gleichmäßige Körnung. Daneben spielen auch noch die Grab- und Wühleigenschaften eine wichtige Rolle. Kein Waran mag es, wenn seine frisch gebuddelte Höhle plötzlich einstürzt. Hier ist Wüstensand von besonders hoher Qualität gefragt, wie der Exo Terra Desert Sand oder der Terrano Wüstensand. Ein exakt bestimmter Lehmanteil verbessert nach dem Befeuchten die Grabeigenschaften des Terrano Wüstensandes enorm, da er sich stark verfestigt und Höhlen so nicht mehr einstürzen. Einige Tiere benötigen speziellen Sand, so zum Beispiel alle aquatischen oder semi-aquatischen Schildkröten, die besonders feinen und qualitativ sehr hochwertigen Sand bevorzugen. Empfehlenswert ist hier der Exo Terra Riverbed Sand, der aus echten Flussläufen stammt und extrem fein gekörnt ist. Er ist das bevorzugte natürliche Substrat der Tiere in freier Natur und findet in Aquarien und Aqua-Terrarien Verwendung. Sand sollte regelmäßig gewechselt werden, je nach Besatzdichte des Terrariums mindestens 3-4 mal im Jahr. Nur weil es noch nicht zum Himmel stinkt, bedeutet das nicht, dass sich nicht schon zahllose Keime an mikroskopisch kleinen Kotresten erfreuen. Wüstensand speichert Feuchtigkeit nur mäßig, was kein Drama ist, da er ja überwiegend für Wüstenbewohner benötigt wird. Für grabende Reptilien ist es wichtig, dass der Sand an einigen Stellen leicht feucht gehalten wird. Nur so bietet Sand gute Grabeigenschaften. Umso besser wird Wärme gespeichert. Einmal aufgewärmter Sand bleibt lange warm und speichert so die Hitze von Wärmematten, Wärmesteinen und Heizkabeln lange Zeit. Man kennt das aus dem Urlaub, wenn man abends in der Dämmerung durch den warmen Sand am Strand geht. Ausscheidungen lassen sich am besten mit einem Sieb, wie dem Sandsieb Scooper Deluxe von Lucky Reptile entfernen.
Calci Sand, Terrano Kalzium und andere Sorten Kalziumsand
Diese Produkte sind eine Besonderheit und eine geniale Erfindung für die Terraristik. Viele Reptilien nehmen bei der Nahrungsaufnahme auch Einstreu mit auf. Einige tun dies sogar bewusst. Doch Vorsicht: Bei dem falschen Einstreu kann dies schnell zu Verstopfungen und Schlimmerem führen. Terrano Kalzium Bodengrund besteht hingegen zu 100% aus natürlichen Mineralien, darunter sehr viel Kalzium. Es ist das einzige Einstreu, das voll verdaulich ist und daher keine Krankheiten verursacht, wenn es gefressen wird. Mehr noch, es ist sogar dazu gedacht gefressen zu werden und dabei auch noch gesund. Versorgt es die Tiere doch mit organischem Kalzium. Die zusätzliche Gabe von Vitaminen und Mineralien wie etwa die der Firmen Herpetal, Nekton oder Herbamed ersetzt es dabei natürlich nicht, aber es wirkt unterstützend bei der Vorbeugung von Knochenverweichungen. Vor allem für Agamen, Geckos und Schildkröten ist dieses Substrat schon fast Pflicht.
Borken, Rinden und Mulche
In dieser Kategorie gibt es vermutlich die größte Anzahl an Produkten in Sachen Bodengrund und Reptillien. Bei allen handelt es sich um ökologisch einwandfreie natürliche Substrate, die speziell für die Terraristik hergestellt werden. Sie alle speichern Feuchtigkeit sehr gut und nehmen Ausscheidungen vorbildlich auf. Zu empfehlen sind Exo Terra Forest Bark Tannenrinde und Exo Terra Jungle Earth. Ebenso von der Firma Hobby Terrano Forest und Terrano Red Bark sowie Terrano Pinienrinde. Weitere Produkte sind Zoomed Repti Bark und Lucky Reptile Eco Bark. Vor allem für Schlangen sind die genannten Produkte perfekt geeignet aber auch viele andere Reptilien wie Warane, Agamen oder auch Chamäleons werden gerne auf Rindenmulch und Borke gehalten. Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Sorten dieses Typs von Terrarienbodengrund keimhemmend sind. Auch dank der schönen und natürlichen Optik wird dieser Bodengrund für Reptilien sehr gerne in der Terraristik verwendet.
Kokos Chips und Humusziegel (Cocosbrick)
Kokos Chips wie die Terrano Kokos Chips und Exo Terra Coco Husk binden Wasser sehr gut und erhöhen damit stark die Luftfeuchtigkeit. Sie sind daher sehr gut für Amphibien wie Frösche und Salamander geeignet. Auch die Grabeigenschaften sind gut, da das Material sehr leicht ist und von Reptilien und Amphibien einfach bewegt werden kann. Humusziegel, die auch als Cocos Brick bezeichnet werden, sind gepresste Fasern der Kokosnuss. Beispiele sind Lucky Reptile Terrarienhumus oder Exo Terra Plantation Soil. Bei Zugabe von Wasser quillt der Block um das 8-10fache auf und man erhält ein wunderbar weiches Einstreu für Terrarien, das Unmengen von Wasser speichern kann. Es eignet sich somit ebenfalls nicht nur für Reptilien sondern auch für Amphibien ganz hervorragend. Auch Halter von Vogelspinnen und Insekten schwören auf dieses Substrat mit seinen guten Grabeigenschaften. Ideal zum Schaffen von Feuchtplätzen im Terrarium oder als Substrat zur Stimulation der Eiablage vor allem bei Schlangen.
Spaghnum Moos und Terrarien Moos für Reptilien
Moose wie Lucky Reptile Spaghnum Moos, Zoomed Terrarien Moos und Terrano Moos von Hobby dürfen in keinem Terrarium fehlen. Ganz neu ist auch das Exo Terra Forest Moss. Mit Moos sollten zum Beispiel Verstecke und Höhlen wie die Exo Terra Reptile Cave oder Snake Cave ausgelegt werden. Zur Unterstützung der Häutung wird es dann leicht angefeuchtet und bildet so das richtige Mikroklima im Terrarium. Für Freunde von Fröschen und anderen Amphibien ist Terrarienmoos ebenfalls ein bevorzugtes Einstreu. Auch als Zeitigungssubstrat für die Inkubation von Reptilieneiern ist es nicht mehr wegzudenken. Vielfach wird es auch in Brutboxen benutzt, um die Eiablage zu stimulieren. Oder schlicht und ergreifend als besonders dekoratives und natürlicher Terrarienbodengrund, der auch noch hervorragend die Feuchtigkeit speichert wodurch sich feuchte Zonen im Terrarium gezielt schaffen lassen.
Granulate
Hier sind vor allem Terrano Mais Granulat und Lucky Reptile Cannabis Bedding zu nennen. Mais Granulat ist aus Mais gefertigt und ein absolut staubfreies Substrat. Ausscheidungen verklumpen wie bei Katzenstreu und lassen sich sehr gut entfernen. Besonders für Wüstenechsen und Schlangen sehr gut geeigent, sowie Tiere, die in trockenen Gebieten leben. Es ist absolut natürlich und frei von Farbstoffen. Cannabis Bedding wird aus Hanffasern gefertigt, die zu Pellets geformt werden. Zu den herausragenden Eigenschaften gehört das Binden von Gerüchen und Ausscheidungen. Gibt man Wasser zu, quellen die Pellets auf das fünffache Volumen und ergeben ein lockeres Substrat. Ein weiterer Vorteil ist, dass Cannabis Bedding problemlos verdaut wird und als reines Naturprodukt frei von Chemikalien und Düngemitteln ist.
Buchenhack
Staubfreies und sauberes Buchenhack ist in der Terraristik nicht mehr weg zu denken. Vor allem bei der Haltung von Schlangen im Terrarium wird es benutz. Auch Halter von Schildkröten, Waranen und anderen Reptilien schwören auf Produkte wie Terrano Buchenhack, das ein reines Naturprodukt ohne Zusätze ist. Buchenhack ist nicht scharfkantig und speichert Feuchtigkeit gut. Ausscheidungen der Reptilien nimmt es gut auf. Zudem ist es absolut staubfrei.
Schon gewechselt?
Hand aufs Herz: Wie oft saugen Sie Staub? Was würden Sie sagen,wenn Sie 6 Monate lang in der gleichen Bettwäsche schlafen müssten und von dieser auch noch essen sollten? Mit anderen Worten: Wechseln Sie das Einstreu regelmäßig, nein, sehr regelmäßig! Hygiene ist nun einmal das A und O in der Terraristik. Halten Sie also ruhig öfter die Nase ganz genau ins Terrarium. Riecht es nicht mehr nach ganz frischem Einstreu? Dann ist es eigentlich schon viel zu spät für den Wechsel, denn Bakterien und Co kann man nichts besseres geben, als hohe Temperaturen, Feuchtigkeit und ab und zu mal eine Ladung Kot, Urat oder Insektenreste. Denken Sie daran, zum Wohle ihrer Reptilien, Amphibien, Spinnen oder Insekten.


